Endlich Meer

Wenn auch ein bisschen weniger

Acht lange Monate mussten wir warten, bis wir endlich wieder ans Meer fliegen konnten. Unter Surfern nennt man das „landlocked“. In diesem Fall, waren wir sogar etwas mehr als nur „landlocked“. Dieses Schicksal teilten wir mehr oder weniger mit der ganzen Welt.

Zurück zum Thema, nach 8 langen und harten Wintermonaten in Deutschland, betreten wir wieder portugiesischen Boden. Juhu!! Die Freude ist groß. Unsere neuen Bretter warten bereits schon auf uns.

Bevor wir diese auspacken, benötigen wir zwar noch einen ausgedehnten Powernap. Man steht ja nicht jeden Tag um 4 Uhr nachts auf.

Happy Unpacking

Die ersten Tage sind die Wellen relativ groß, so fahren wir einige Male nach Arrifana hoch. Die Bucht ist gut geschützt – nicht nur von zu großem NW Swell, sondern blockt auch relativ gut den Wind. Je nach Richtung versteht sich.

Unsere Bretter erregen teilweise mehr Aufmerksamkeit als man eigentlich haben möchte. Wir werden diverse Male darauf angesprochen. Die meisten sind begeistert vom Shape und Design. Und einer hat auch gleich noch einen extra drauf gesetzt …. :-D

„Oh, you have matching Twinies, … that must be true love.“

Irgendein Surfer am Arrifana Strand

Begeisterung und Vorfreude macht sich breit. Und natürlich muss das neue Prachtstück auch gleich eingeweiht werden. Auf geht’s zum Strand. Die Bretter sind frisch gewachst und wir müssen dringend die „Kruste“ loswerden. So nennen wir das Gefühl, wenn man schon ewig nicht mehr im Meer war und sich erst mal wieder akklimatisieren muss.

Die erste Surfsession fühlt sich noch etwas eingerostet an. Wir sind müde und auch etwas kraftlos, aber kommen glücklich aus dem Wasser. Der Fisch macht schon mal einen sehr guten Eindruck. Da kann man die nächsten 2 Wochen drauf aufbauen. :-)

Abendspaziergang am Praia de Vale Figueiras

Unsere Unterkunft

  • Für musikalische Unterhaltung in der Mittagspause ist auch gesorgt

Doch es kommt immer anders als man denkt …

Nach einer Woche sind wir langsam wieder eingesurft. Die benötigte Muskulatur fürs Paddeln kehrt zurück. Und dann kommt alles anders als geplant. Ich wache Samstag Früh auf. Rainer ist schon wach und starrt mehr oder weniger entsetzt auf sein iPhone. Ich frage, was los ist. Erwarte nichts Böses. Vielleicht kein Swell mehr da?! Rückblickend wäre kein Swell, eine extrem gute Nachricht gewesen. Nein, stattdessen hat das RKI ganz Portugal als Virusvariantengebiet eingestuft. Was für uns bedeutet bei Rückreise nach Deutschland 14 Tage Quarantäne, ohne jede Möglichkeit sich „freitesten“ zu können. Eine Horror-Vorstellung. Gerade jetzt wo man wieder andere Menschen treffen kann, der Sommer endlich Einzug hält und das Leben halbwegs zur Normalität zurückfindet, sollen wir 14 Tage komplett eingesperrt in unserer Stadtwohnung sitzen?! Auch wenn es uns schwer fällt, entscheiden wir relativ schnell, wir müssen zurück bevor die neue Regelung in Kraft tritt.

Noch aus dem Bett heraus werden Flüge gebucht. Der einzige Direktflug geht am gleichen Tag um 13.20 Uhr. So schnell haben wir noch nie gepackt. Kurz dem Host Bescheid geben. Schnell verabschieden. Und weg waren wir. Unterwegs wird noch recherchiert, was genau für die Einreise benötigt wird. Test können wir zum Glück am Flughafen machen. Hier hat man inzwischen Erfahrung mit panisch abreisenden Urlaubern. Eine Woche vorher hat sich das gleiche Drama mit den Briten abgespielt. Man ist (inzwischen) gut organisiert und so werden wir überall durchgeschleust und betreten gute 10 Stunden nach der Hiobsbotschaft deutschen Boden.

„Wir hätten heulen können“

… fasst unseren Gemütszustand am besten zusammen. Doch hilft ja alles nichts. Jetzt hoffen wir auf bessere Zeiten für unseren nächsten Trip, denn aller guten Dinge sind drei. Eine Reise wurde abgesagt, eine abgebrochen, daher klappt es beim nächsten Mal bestimmt.

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