Island Roadtrip

Juni 2018

Island Roadtrip

Ankunft

Island ist für viele Outdoor Fans, die nicht auf lange weiße Sandstrände aus sind, eines der top Ziele Reiseziele. Seit einigen Jahren erfreut sich Island besonderer Beliebtheit. Und das merkt man auch direkt, wenn man am Flughafen nach ca. 4 Stunden aus dem Flugzeug steigt. Der Flughafen platzt aus allen Nähten und die Ankunftshalle ist gerammelt voll. Die ersten Anzeichen, dass die einsame Weite, die man von Island erwartet, evtl. nicht mehr vorhanden ist.

Nach gut 20 min Wartezeit, werden wir von der Campervan Vermietung abgeholt und dann beginnt auch schon unser einwöchiger Roadtrip.

Island Roadtrip

Nationalpark, Geysir und Wasserfälle

Auch wenn wir nur eine Woche Zeit haben, wollen wir auf jeden Fall die Insel einmal umrunden. Es gibt dazu unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, das ist viel zu wenig Zeit. Die anderen sagen, machbar, aber stressig. Am besten fand ich den Beitrag eines Bloggers, der schrieb, dass man so etwas nie pauschal sagen kann, denn jeder hat seine eigene Reisegeschwindigkeit. Für die einen passt es, für die anderen eben nicht. Alles eine Frage der Einstellung. Fand ich gut, denn wir sind tendenziell in einem schnelleren Reisetempo unterwegs und eigentlich ist doch nichts falsch daran.

So starten wir am ersten Tag dennoch eher gemütlich in den Tag, denn unser erster Stopp ist gleich mal ein Kaffee.

Danach geht es weiter zum Golden Circle mit dem Nationalpark Pingvellir, dem berühmten Geysir und ein paar Wasserfällen.
Weit kommen wir an diesem ersten Tag nicht, aber wir haben ja auch noch massig Zeit.

Island Roadtrip

Pferde, Wasserfälle und Elfen

Eigentlich hatten wir schon am ersten Tag, den Eindruck, dass wir bereits einige Wasserfälle gesehen hatten, doch wie sich herausstellte, befindet sich in Island an nahezu jeder Ecke ein Wasserfall. Neben den Berühmtheiten wie dem Skogafoss, kommen wir auch an ein paar abgelegeneren Exemplaren vorbei.

Unser 4×4 drive hat sich auch schon gelohnt, denn es gibt durchaus einige Straßen, die noch nicht geteert oder ausgebaut sind und anders nicht befahrbar sind. Wer also nicht nur auf der Ringroad bleiben möchte, sondern hin und wieder auch mal nach rechts oder links abbiegt, sollte auf jeden Fall ein Allrad Fahrzeug mieten.

Neben Wasserfällen, ist Island auch für seine Sagen bekannt. Und auch wenn man nicht aktiv danach sucht, entdeckt man immer mal wieder die ein oder andere Geschichte zu einem Felsen, die von Elfen handelt. Einfach nur die Augen offen halten.

Die Tierwelt ist verglichen mit anderen Teilen der Erde natürlich nicht sonderlich groß und exotisch, aber nicht weniger beliebt. Islandpferde findet man auch immer wieder am Wegesrand. Irgendwo hab ich gelesen, dass wenn ein Islandpferd die Insel einmal verlässt, dann darf es nicht mehr zurückkehren. Als Islandpferd werden auch nur lückenlos reinrassige Pferde anerkannt, deren Abstammung zu 100% auf Island zurückzuführen ist. Für Pferdeliebhaber hat die Insel also auch so einiges zu bieten.

Island Roadtrip

Berge, Felsen und schwarze Strände

Zunächst dachten wir, dass wir am zweiten Tag nicht wirklich weit gekommen sind. Jedoch mussten wir dann am dritten Tag unseres Roadtrips feststellen, dass wir gar nicht vorankamen. Wir starten früh morgens in Vik, müssen ein Stück zurückfahren, weil wir unbedingt das Flugzeugwrack sehen wollen, ebenso wie die schwarzen Sandstrände mit Steilküste und typisch isländischen Felsformationen. Doch obwohl wir so früh aufgebrochen sind, befinden wir uns abends um 18 Uhr genau dort, wo wir am Morgen losgefahren sind.
Jetzt heißt es wirklich ein bisschen Gas geben, denn in diesem Tempo werden wir es wohl kaum einmal um die Insel schaffen. Daher entscheiden wir uns noch ein paar Stunden im Auto zu verbringen und zumindest bis zum Skaftafell Nationalpark zu fahren.

Island Roadtrip

Gletscher und Fjorde

Am vierten Tag unseres Roadtrips erleben wir Island pur mit Gletschern, Gletscherseen und einem krönenden Abschluss entlang der Fjorde im Osten Islands.

Für mich wirklich einer beeindruckendsten Teile dieser Reise, denn solche Eisberge direkt am Meer sieht man nicht jeden Tag. Dazu hatten wir auch noch unfassbares Glück mit dem Wetter, denn wir hatten fast den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein. Es hätte kaum besser laufen können.

An dieser Stelle noch ein Tipp für alle im Sommer Reisenden. Man kann es sich kaum vorstellen, aber wir haben uns tatsächlich leicht das Gesicht verbrannt. Daher … auch in Island schadet eine kleine Tube Sonnencreme und vor allem eine Sonnenbrille nicht. Das mit der Sonnenbrille hatte ich zuvor gelesen, daher hatten wir diese dabei und die war auf jeden Fall wertvoll. Ebenso wie die Schlafmaske, SEHR zu empfehlen, zumindest im Sommer.

Island Roadtrip

Puffins, Lavafelder und Wasser

Wir haben es am Vorabend noch bis an die Ostküste geschafft und dort an einem der schönen Fjorde übernachtet.

Neben Islandpferden sind Puffins oder Papageitaucher beliebte Bewohner der Insel. Wir wollten natürlich auch unbedingt welche sehen. Auch hierzu gab es wieder unterschiedliche Meinungen, wo und ob man überhaupt welche findet. Laut Lonely Planet ist aber immerhin gerade die richtige Saison und in einem etwas abgelegenen Ort an der Ostküste, soll sich wohl eine größere Population befinden. Klingt vielsprechend und so machen wir uns auf den Weg. Was uns dort erwartet übertrifft jedoch alle Erwartungen. Die kleine Halbinsel in Borgarfjörður ist voll mit den kleinen Vögeln.

Nach gefühlt 10.000 Bildern machen wir uns auf Richtung Myvatn. Unterwegs sammeln wir noch einen Radfahrer ein, erleben hautnah, warum der See so heißt wie er heißt und kommen endlich mal wieder zu einem Wasserfall, dem Godafoss. Unser letzter großer Halt bevor wir weiter Richtung Westen ziehen und dort in Blönduós unser Nachtlager aufschlagen.

Island Roadtrip

Berühmte Berge, Schafe und Pferde

Wir nähern uns langsam wieder den Touristen Hotspots und damit auch dem Ende unserer Reise. Doch bevor es soweit ist, geht es erst nochmal auf die Halbinsel Snæfellsnes mit einem der meisten fotografierten Berge Islands – dem Kirkjufell. Unser schöner silberner Bus hat ein paar Schlammschlachten geschlagen und ist nun braun. Das Wetter ist nun etwas isländischer. Es regnet immer mal wieder und der Himmel ist grau. Dazu bläst ein ordentlicher Wind und so langsam sehnt man sich doch nach Wärme.

Wir verbringen den gesamten Tag auf der Halbinsel, sehen noch einige Pferde und Schafe und übernachten schließlich am Meer auf einem ruhig gelegenen Campingplatz.

Island Roadtrip

Die kleinste Hauptstadt der Welt

Reykjavik hat ca. 122.000 Einwohner und obwohl es die größte Stadt Islands ist, ist es eine der kleinsten Hauptstädte der Welt.

Die Stadt selbst hat sehr viel Charme und einen künstlerischen Einfluss. Man hat nicht unbedingt das typische Kleinstadt Feeling. Dennoch hat man relativ schnell alles gesehen. Das ist aber auch ok, denn wer kommt schon wegen Stadtleben nach Island.

Für uns war das dann auch tatsächlich schon der letzte Tag unserer einwöchigen Island Reise. Wir haben unfassbar viel gesehen, die Landschaft ist atemberaubend, einziges kleines „Aber“ ist der boomende Tourismus, der halt wie überall auch seine Schattenseiten hat. Beschweren kann man sich dennoch nicht, denn man ist ja selbst ein Teil davon. Dennoch wäre es wohl ratsam gewesen 3-4 Jahre früher diese Reise zu machen.

Noch am selben Abend geben wir unseren Camper ab und fliegen früh morgens zurück nach München.

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